Wie kann ich feststellen, ob ich an einem Leaky Gut Syndrom leide?

 Leaky Gut ist eine gesundheitliche Störung, die jeden Menschen betreffen kann. Übersetzt bedeutet der Begriff soviel wie "löchriger Darm". In der Fachsprache wird auch häufig der Begriff Darmbarrierestörung oder Darmpermeabilitätsstörung benutzt. 

Leider ist diese Problematik in der Schulmedizin noch nicht wirklich weit verbreitet. Nur wenige "klassische" Ärzte kennen den Leaky. Gut und noch weniger wissen, wie dieser am besten zu behandeln ist.

In der Naturheilkunde ist dieses Thema schon länger ein Begriff. Auch ich stoße in meinen Coachings regelmäßig darauf und habe Methoden entwickelt, die diesen effektiv beheben können.

Wir haben die Möglichkeit, unsere Gesundheit positiv zu verändern und uns von Kopf bis Fuß neu zu erfinden. In diesem Blog-Artikel möchte ich dir zeigen, wie du feststellen kannst, ob du an Leaky Gut leidest und woraus die Symptome bestehen. 

Was sind typische Symptome eines Leaky Gut?

Leaky Gut Syndrom ist eine häufige Ursache für verschiedene gesundheitliche Probleme, einschließlich Allergien, Entzündungen und Autoimmunerkrankungen oder auch eine erhöhte Infektanfälligkeit. Leider existieren noch keine allgemein anerkannten Tests oder andere objektive Merkmale, mit denen festgestellt werden kann, ob jemand an Leaky Gut Syndrom leidet. 

Ich arbeite da stark symptombasiert und zur Verifizierung lassen sich 1-2 Laborwerte in Stuhl oder Blut bestimmen, die relativ sicher Hinweise auf Leaky Gut sind. 

Dennoch gibt es einige Anzeichen, auf die Du achten kannst, um zu ermitteln, ob Du unter Leaky Gut Syndrom leidest:

  • Entzündungen der Mundschleimhaut oder des Magens 
  • Allergien oder Asthma
  •  Unregelmäßiger Stuhlgang oder Durchfall 
  • Schlafstörungen oder Erschöpfungszustände 
  • Kopfschmerzen oder Migräneanfälle
  • Müdigkeit oder Erschöpfung 
  • Hautausschläge wie Psoriasis, Ekzeme oder Akne 

Welche Ursachen hat ein Leaky Gut Syndrom und wie entsteht es?

Ein Leaky Gut Syndrom entsteht aufgrund von Überlastung oder Schädigung der Darmwand. Die Darmschleimhaut, die lediglich 1 Zelle dick ist, schützt die sogenannten Thight-Junctions - kleine Zellen, die sich öffnen können und Bestandteile im Darm in das Körperinnere gelangen lassen können - oder es abwehren, wenn es sich um schädigende Stoffe handelt.

Stress und ungesunde Ernährung können die Symptome des Leaky Gut Syndroms verursachen. Dabei sind es häufig die Gewohnheiten, die wir oft schon seit Kindheitestagen in uns tragen.

Die Bretzel auf dem Weg zur Arbeit, die Backwaren aus dem Discounter, frittierte Lebensmittel mit entzündungsfördernden Transfetten oder das klassische Abendbrot. Gepaart mit Lektinen aus Hülsenfrüchten, Vollkorn, Nachtschattengewächsen wie Tomaten, Auberginen uvm - können für manche Menschen in Summe zu viel sein. 

Gelegentlicher Verzehr ist für die wenigsten Menschen problematisch. Oft verzehren viele Menschen diese Lebensmittel dauerhaft, was den Leaky Gut begünstigen kann.

Das Leaky Gut Syndrom ist eng mit zahlreichen Krankheiten verbunden, da es das Immunsystem schwächt und so die Tür für Krankheitserreger öffnet. Entstehende sogenannte niedriggradige Entzündungen halte das Immunsystem in Alarmbereitschaft.

Viele Menschen mit einem Leaky Gut Syndrom leiden unter Allergien, Asthma, Autoimmunerkrankungen wie Morbus Crohn oder Hashimoto Thyreoiditis sowie psychischen Erkrankungen wie Depression und Angstzustände. Auch Hautausschläge wie Akne oder Neurodermitis oder auch einfache Unreinheiten wie Pickel sind häufige Symptome des Leaky Gut Syndroms. 

Folgen eines Leaky Gut Syndroms - was passiert in meinem Körper?

Bei einem Leaky Gut wird die Darmschleimhaut über einen längeren Zeitraum abgetragen. Dadurch können die darunter liegenden sogenannten Thight Junctions angegriffen werden und es entstehen Löcher in dieser Barriere. Diese Barriere soll eigentlich unser Körperinneres vor potenziell schädigenden Stoffen schützen, die wir über die Ernährung aufnehmen. 

Dazu gehören Toxine wie Pestizide, Fungizide, Herbizide.

Andere Stoffe wiederum dürfen die Barriere im Idealfall überwinden. Aminosäuren, Fettsäuren, Vitamine, Mineralien, Spurenelemente - also alles, was wir zum Leben brauchen und unserem Körper Nährstoffe verschafft.

Ein ausgeklügeltes System überprüft nun im Idealfall, welche Stoffe passieren dürfen und welche im Darm zur Ausscheidung verbleiben sollen.

Wird diese Barriere durch Stress und Fehlernährung abgetragen funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr optimal. In Folge daraus können potenziell schädigende Stoffs ins Körperinnere gelangen und dort Entzündungen hervorrufen. Diese wiederum belasten unseren Körper mit Müdigkeit, Erschöpfung, erhöhter Infektanfälligkeit und sind oft die Grundlage für größere Krankheiten.

Was kann ich dagegen tun, um meine Darmflora zu stärken und mein Leaky Gut Syndrom zu bekämpfen?

Es gibt einige Möglichkeiten, um die Darmflora zu stärken und das Leaky Gut Syndrom zu bekämpfen.

Im ersten Schritt empfehle ich, die Belastungen soweit wie möglich zu reduzieren:

  • Ernährung für eine gewisse Zeit einschränken: fokussiere dich w
  • Stress weitestgehend ausgleichen und im Idealfall mittel- langfristig reduzieren

Die Ernährung kannst du nach einer deutlichen Verbesserung der Symptome wieder lockern. Langfristig empfehle ich, dich zu 80% so zu ernähren, dass es deiner Gesundheit am zuträglichsten ist. Also fokussiere dich am besten auf Gemüse,  primär grünes vielfältiges Gemüse, Pilze und kombiere dies mit hochwertigen Proteinen.   Bio-Qualität, regional, saisonal sind gute Stichworte, die zu einer guten Ernährung gehören.

Darüber hinaus kannst du deinen Darm unterstützen mit:

Probiotika: Probiotika sind nützliche Bakterien, die die Darmflora stärken und so das Leaky Gut Syndrom bekämpfen können. Manche Bakterienstämme sind in der Lage, die notwendige Schleimhaut wieder aufzubauen. Sie können in Form von Nahrungsergänzungsmitteln supplementiert werden. Kapseln oder Pulver sind übliche Formen. Achte auf eine gute Qualität und Zusammensetzung der Bakterienstämme - nicht jedes Produkt ist für jeden Menschen gut geeignet!

Fermente: Fermentierte Lebensmittel enthalten von Natur aus verschiedene Bakterien. Baust du regelmäßig fermentiertes in deine Ernährung ein, wirst du damit effektiv und nachhaltig deine Darmgesundheit verbessern. Sauerkraut, Kimchi, Kombucha, Kefir und Joghurt dürfen daher in deine Küche einziehen. Diese Lebensmittel kannst du auch einfach selbst herstellen und damit bestmögliche Qualität produzieren.

Präbiotika: Neben den Ballaststoffen aus Gemüse sind weitere Ballaststoffe sinnvoll. Hier arbeite ich gerne mit einer Kombination aus Flohsamenschalen, Inulin, Akazienfasern und weiteren. Jeder einzelne Ballaststoff für sich füttert wieder andere Bakterien, daher ist eine Kombination recht sinnvoll.

Knochenbrühe: Knochenbrühe enthält wertvolles Kollagen - ein Protein, welches unsere Schleimhäute ebenso effektiv aufbaut wie unsere Haut. Hier findest du weiteres dazu.

Reduziere Stress: Stress kann die Darmflora negativ beeinflussen und so das Leaky Gut Syndrom fördern. Es ist daher wichtig, Stress zu reduzieren und sich regelmäßig zu entspannen. Yoga, Meditation oder autogenes Training können hilfreich sein, um den Stresspegel zu senken. Auch kurze Atemübungen in den Alltag integriert können schon sehr wertvoll sein. Um Stress und die entsprechenden Stresshormone auch kurzfristig auszugleichen können Supplemente auch hier sinnvoll sein. Adaptogene wie Panax Ginseng, Rosenwurz und Vitalpilze sind sehr wertvoll und effektiv. Eine sehr effektive Kombination aus Vitalpilzen ist der Cordyceps mit dem Reishi

Es ist zwar leider immer noch häufig der Fall, dass ein Leaky Gut in der Schulmedizin als schwarzes Loch gilt, aber es gibt auch immer mehr ganzheitliche Ärzte, die diese Herausforderung kennen und behandeln können. Daher ist es umso wichtiger, naturheilkundliche Methoden kennenzulernen und selbst Eigenverantwortung dafür zu übernehmen. 


über den Author

Thorsten

ganzheitlicher Gesundheitscoach, Darmtherapeut, Hormoncoach

Weitere Beiträge?

Schau dir diese direkt an: