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Fermentierte Lebensmittel selbst herstellen – Kann jeder, lohnt sich immer

 

Sauerkraut kennt vermutlich jeder, doch bei weitem nicht jeder weiß, dass es durch Fermentation entsteht. Wenn du fermentierte Lebensmittel selbst herstellen möchtest, brauchst du dafür kein Profi-Wissen und keine teure Ausrüstung. Ich selbst mache das seit Jahren und empfehle es in meinen Coachings und Beratungen gerne weiter, weil es deinen Speiseplan um wertvolle und lebendige Lebensmittel erweitert – und weil es einfach Spaß macht.

 

In diesem Artikel zeige ich dir, was Fermentation genau ist, was die aktuelle Studienlage zu Darmflora und Verdauung wirklich zeigt, und wie du mit Kombucha, Kimchi, Sauerkraut und Kefir direkt loslegen kannst.

 

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Was ist Fermentation?

 

Fermentation bedeutet im Grunde die Umwandlung eines organischen Stoffes zu Alkohol, Säure oder Gas mithilfe von Mikroben oder Enzymen. Der ursprüngliche Begriff bezieht sich auf die Gärung unter Ausschluss von Sauerstoff, mittlerweile zählen aber auch die Gärung mit Sauerstoff sowie enzymatische Umwandlungen dazu. Drei Arten begegnen dir dabei am häufigsten:

 

Alkoholische Gärung

 

Hierfür wird Zucker benötigt, den Hefepilze zu Alkohol umwandeln. Am bekanntesten ist die Herstellung von Bier und Wein. Auch bei Kakao spielt dieser Prozess eine Rolle, bevor Bakterien die Fermentation weiterführen.

 

Essigsäuregärung

 

Als Basis dient hier Alkohol, genauer Ethanol, den Essigsäurebakterien zu Essigsäure umwandeln. Das bekannteste Ergebnis ist Speiseessig, der auf diese Weise entsteht.

 

Milchsäuregärung

 

Diese Art der Gärung ist ernährungstechnisch besonders interessant. Milchsäurebakterien wandeln eine Zuckerquelle in Milchsäure um. Das fertige Produkt bekommt dadurch seinen angenehm säuerlich-prickelnden Geschmack – und bringt, wie du gleich siehst, noch weitere Vorteile mit.

 

Welche Vorteile hat es, Lebensmittel zu fermentieren?

 

Der Prozess der Fermentation ist seit Jahrhunderten bekannt und war lange vor allem eine Methode zur Haltbarmachung. Heute rücken zusätzlich Geschmack, Bekömmlichkeit und die Wirkung auf deine Darmgesundheit in den Fokus. Wenn du fermentierte Lebensmittel selbst herstellen möchtest, lohnt sich der Blick auf diese vier Vorteile:

 

Haltbarkeit

 

In Zeiten ohne Kühlschrank oder Tiefkühltruhe war Fermentation die wertvollste Möglichkeit, Lebensmittel zu konservieren. Auch heute lässt sich Nahrung so ohne großen Energieaufwand haltbar machen und lagern.

 

Geschmack

 

Das Fermentieren von Gemüse eröffnet Geschmackserlebnisse, die auf anderem Weg nicht entstehen. Das bereichert deinen Speiseplan um eine ganz eigene Note.

 

Bekömmlichkeit

 

Durch die Gärung werden Lebensmittel quasi vorverdaut. Das macht sie bekömmlicher und tut deinem Magen gut.

 

Was die Forschung zu Darmflora und Verdauung zeigt

 

Hier lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die aktuelle Studienlage. Eine randomisierte kontrollierte Studie der Stanford University (Wastyk et al., 2021, Cell, n=36, 10 Wochen) fand, dass der tägliche Verzehr fermentierter Lebensmittel wie Joghurt, Kefir, Kimchi, fermentiertem Gemüse und Kombucha die Vielfalt des Mikrobioms messbar erhöht und gleichzeitig 19 Entzündungsmarker senkt, darunter Interleukin-6 und Interleukin-12b. Je mehr Portionen die Teilnehmenden aßen, desto stärker fiel der Effekt aus – eine ballaststoffreiche Vergleichsdiät zeigte diesen Diversitäts-Effekt übrigens nicht. (1)

 

Eine aktuelle Meta-Analyse aus 25 Studien mit über 4.300 Teilnehmenden (Frontiers in Nutrition, 2025) bestätigt zusätzlich messbare, wenn auch kleine Effekte auf Stuhlfrequenz, Stuhlkonsistenz, Verdauungsbeschwerden und Blähungen. Die Studienautoren stufen die Beleglage nach GRADE-Kriterien als niedrig bis sehr niedrig ein, weil sich die einzelnen Studien in Methodik und Fermenten stark unterscheiden – die Richtung des Effekts ist konsistent, die Beweiskraft im Einzelnen aber noch begrenzt. (2)

 

Für Effekte auf Immunsystem, Körpergewicht, Diabetes und Herzgesundheit gilt: Übersichtsarbeiten bringen den regelmäßigen Verzehr fermentierter Lebensmittel mit einem günstigeren Risikoprofil in Verbindung. (3)(4) Diese Reviews sind allerdings keine kontrollierten Studien, sondern werten bestehende Beobachtungen aus. Die große europäische PIMENTO-Initiative (COST Action CA20128, 2024), die 16 systematische Übersichtsarbeiten zu fermentierten Lebensmitteln zusammenfasst, passt zu einer ähnlich abgewogenen Einordnung: Die Mechanismen sind plausibel und gut erforscht, die klinische Absicherung für konkrete Krankheitsprävention beim Menschen steht aber noch aus. (5) Für deinen Darm und deine Verdauung darfst du die Wirkung also als gut belegt einordnen, für weiterreichende Gesundheitsversprechen lieber als vielversprechend und noch in Erforschung.

 

Meine persönlichen Erfahrungen

 

Ich selbst trinke gerne Kombucha und Wasserkefir. Geschmacklich finde ich vor allem Kombucha gekühlt sehr lecker – eine tolle Alternative, wenn ich Lust auf etwas Kühles mit Geschmack habe. Obendrein kommt bei mir regelmäßig Sauerkraut und Kimchi auf den Tisch, und ich merke den Unterschied zu industriell hergestellten, pasteurisierten Varianten deutlich.

 

So gelingt dein Einstieg

 

Fermentierte Lebensmittel selbst herstellen ist unkomplizierter, als die meisten denken. Im Handel gibt es zwar eine große Auswahl fertiger Produkte, doch die meisten davon sind pasteurisiert – die lebendigen Milchsäurebakterien wurden dabei abgetötet. Das Produkt schmeckt weiterhin gut, deinem Darm bringt es aber keine lebendigen Kulturen mehr mit. Für den größtmöglichen Nutzen lautet die Devise deshalb: selbst herstellen.

 

Für den Anfang bist du mit einem durchdachten Starterkit am besten beraten, zum Beispiel von Fairment, meinem Partner für Fermentations-Zubehör. So schließt du typische Anfängerfehler wie ungeeignetes Zubehör von vornherein aus.

 

Selbstgemachter Kombucha

 

Kombucha ist ein erfrischendes Getränk auf Teebasis. Zur Herstellung brauchst du einen sogenannten Scoby beziehungsweise eine Ansatzflüssigkeit mit konzentrierten Bakterienkulturen. Wichtig: Dein Tee muss wirklich von der Teepflanze Camelia sinensis stammen (grüner oder schwarzer Tee), ein reiner Kräuteraufguss funktioniert nicht. Dazu kommt ein geeignetes Gärgefäß, in dem der Scoby schwimmen kann und genug Luft dazukommt, sowie etwas Zucker als Nahrung für die Kulturen. Je nach Temperatur braucht dein Ansatz 7 bis 14 Tage, ab Tag 5 bis 7 kannst du bereits probieren, wie weit die Fermentation fortgeschritten ist.

 

Selbstgemachtes Kimchi

 

Dieses Kimchi-Rezept kannst du einfach nachmachen. Du brauchst passende Gärgefäße sowie:

– 1 großer Chinakohl

– 2 bis 3 Möhren, je nach Größe

– 1 weißer Rettich

– 1 Bund Frühlingszwiebeln

– 1 kleine Zwiebel

– 20 g frischer Knoblauch

– 30 g frischer Ingwer

– 1 Apfel

– 20 bis 40 g Chiliflocken

– Salz

– Miso oder Sojasauce

– Noriflocken (optional)

 

Raspele Möhren und Rettich, schneide den Kohl klein und die Zwiebel in feine Ringe. Wiege dein Gemüse ab und errechne die Salzmenge mit 2 % vom Gemüsegewicht. Knete das Salz gut ein, bis genug Flüssigkeit entsteht. Püriere die restlichen Zutaten bis auf die Noriflocken und vermenge alles mit dem Gemüse. Fülle das Kimchi in Gärgläser, drücke es gut fest, damit keine Luftblasen bleiben, und lasse ein paar Zentimeter Platz zum Rand. Nach 5 bis 7 Tagen bei Raumtemperatur wandert das Glas in den Kühlschrank, wo die Fermentation weitergeht. Nach 2 bis 3 Wochen kannst du zum ersten Mal probieren.

 

Sauerkraut und Kefir als Einstieg

 

Möchtest du unkompliziert starten, sind Sauerkraut (nur Weißkohl und Salz) und Wasserkefir (Wasserkefirkristalle, Zuckerwasser, etwas Trockenfrucht) die zwei einfachsten Einstiegsprojekte. Beide brauchen kaum Zubehör und liefern bereits nach wenigen Tagen ein erstes Ergebnis, mit dem du dich an Geschmack und Prozess herantasten kannst.

 

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, verschiedene fermentierte Lebensmittel selbst auszuprobieren. Mein Partner Fairment hat dazu Startsets, Rezepte und passendes Zubehör im Angebot.

 

Fermentierte Lebensmittel selbst herstellen: Wasserkefir Starterset von Fairment
Fermentierte Lebensmittel selbst herstellen: Fermentations-Set mit Gärgefäß
Fermentierte Lebensmittel selbst herstellen: Milchkefir Starterset von Fairment

 

Häufige Fragen zum Fermentieren

 

Ist selbst fermentiertes Gemüse sicher? Ja, solange du auf Sauberkeit, die richtige Salzmenge und ein sauerstoffarmes Milieu achtest. Das Salz und die entstehende Milchsäure verhindern zuverlässig das Wachstum schädlicher Keime.

 

Wie lange sind fermentierte Lebensmittel haltbar? Im Kühlschrank gelagert bleiben die meisten Fermente über mehrere Monate genussfähig, häufig sind sie schon nach kurzer Zeit aufgegessen.

 

Reicht ein Glas aus der Küche oder brauche ich Spezialausrüstung? Für den Einstieg reicht ein sauberes Schraubglas. Ein Starterkit mit Fermentationsgewichten und Gärventil, wie es Fairment anbietet, macht die ersten Versuche zuverlässiger und einfacher.

 

Rabattcode für FairmentHEALTHBUDDY_THORSTEN15 % Rabatt auf deine gesamte Bestellung — den Code gibst du im Checkout ein. Fermentations-Sets ansehenGilt für Einzelbestellungen und Abos. Bei Abos greift der Rabatt auf die erste Lieferung.

Fazit: Fermentierte Lebensmittel selbst herstellen lohnt sich

 

Fermentierte Lebensmittel selbst herstellen lohnt sich für deine Darmgesundheit und deinen Alltag gleichermaßen: Die Studienlage zu Mikrobiom-Diversität und Verdauung ist solide, bei weiterreichenden Versprechen lohnt der ehrliche Blick auf die Evidenzstufe. Am meisten profitierst du, wenn du deine Ballaststoffzufuhr und fermentierte Lebensmittel kombinierst – beides zusammen unterstützt eine vielfältige Darmflora. Wenn du zusätzlich unter Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl leidest oder den Verdacht auf einen Leaky Gut hast, ist Fermentation ein guter, aber kein alleiniger Baustein.

 

Bis deine Lieferung an Starterkulturen ankommt und du deiner Darmgesundheit etwas Gutes tun kannst, gebe ich dir in einem unverbindlichen und kostenfreien Termin gerne weitere Tipps für deine individuelle Situation.

Buche dir hierzu einfach einen Termin, bei dem wir gemeinsam über deine Situation sprechen.

 

Quellen

(1) Wastyk, H.C. et al. (2021). Gut-microbiota-targeted diets modulate human immune status. Cell, 184(16), 4137-4153.e14. doi.org/10.1016/j.cell.2021.06.019

(2) Frontiers in Nutrition (2025). Impact of fermented foods consumption on gastrointestinal wellbeing in healthy adults: a systematic review and meta-analysis. frontiersin.org

(3) Kok, C.R. & Hutkins, R. (2018). Yogurt and other fermented foods as sources of health-promoting bacteria. Nutrition Reviews. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30452699

(4) Health Benefits of Lactic Acid Bacteria (LAB) Fermentates (2020). pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32512787

(5) PIMENTO-Initiative (2024). Health benefits and risks of fermented foods. COST Action CA20128. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39309142

Beim Kombucha lohnt eine eigene Anleitung, weil dort Scoby, Zweitfermentation und Schimmelerkennung zusammenkommen. Die vollständige Schritt-für-Schritt-Fassung steht unter Kombucha selber machen.

Der schnellste Einstieg ins Fermentieren dauert nur ein bis zwei Tage. Wie das geht, steht unter Wasserkefir ansetzen.

Milchkefir gehört zu den schnellsten Fermenten überhaupt und ist in 24 Stunden fertig. Die Anleitung steht unter Milchkefir selber machen.

Fermentierte Lebensmittel unterstützen auch das Mundmikrobiom. Die Schritte dazu stehen unter Mundflora aufbauen.

Meine Herzensempfehlungen
Alle Produkte, mit denen ich im Coaching arbeite, findest du gesammelt auf einer Seite – zusammen mit den Rabattcodes, die ich für dich ausgehandelt habe: zu meinen Herzensempfehlungen.

Healthbuddy Thorsten Schmitt
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