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Kombucha selber machen braucht vier Zutaten, ein großes Glas und etwa zehn Tage Geduld. Der fermentierte Tee gehört zu den zugänglichsten Fermenten überhaupt — und ist gleichzeitig das, bei dem die meisten Fragen auftauchen. Hier bekommst du die vollständige Anleitung, die häufigsten Stolpersteine und eine ehrliche Einordnung dessen, was Kombucha leistet.

Was du zum Kombucha selber machen brauchst

  • Einen Scoby — die Kultur aus Bakterien und Hefen, oft Teepilz genannt
  • Starterflüssigkeit — fertiger Kombucha aus einem vorherigen Ansatz, senkt den pH-Wert sofort
  • Tee — schwarzer oder grüner Tee, etwa 8 Gramm auf einen Liter
  • Zucker — 70 bis 100 Gramm pro Liter, Futter für die Kultur
  • Ein großes Glasgefäß, ein atmungsaktives Tuch und ein Gummiband

Der Zucker landet übrigens kaum im fertigen Getränk. Die Kultur verstoffwechselt ihn während der Fermentation zu organischen Säuren und Kohlensäure. Nach zehn Tagen bleibt ein Bruchteil übrig.

Kombucha selber machen: die Anleitung

Schritt 1 — Tee aufgießen. Einen Liter Wasser kochen, 8 Gramm Tee zehn Minuten ziehen lassen, Blätter entfernen.

Schritt 2 — Zucker lösen. 80 Gramm Zucker im heißen Tee auflösen und vollständig auf Raumtemperatur abkühlen lassen. Zu warmer Tee schädigt die Kultur.

Schritt 3 — Ansetzen. Den abgekühlten Tee ins Glas geben, 100 Milliliter Starterflüssigkeit dazu, den Scoby obenauf legen.

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Schritt 4 — Abdecken und warten. Tuch drüber, Gummiband drum, an einen dunklen Platz bei 20 bis 25 Grad. Nach sieben Tagen probierst du täglich.

Schritt 5 — Abfüllen. Schmeckt es angenehm säuerlich, füllst du ab. 100 Milliliter plus den Scoby behältst du für den nächsten Ansatz.

Kombucha selber machen: der Scoby als Herzstück

Scoby steht für Symbiotic Culture of Bacteria and Yeast. Ein Pilz im botanischen Sinn ist das also nicht, sondern eine Lebensgemeinschaft aus Essigsäurebakterien und Hefen, die sich eine Zellulosematte als Wohnung baut. Genau diese gallertartige Scheibe schwimmt oben.

Mit jedem Ansatz bildet sich eine neue Schicht. Nach einigen Runden trennst du die unterste ab und gibst sie weiter — Kombucha vermehrt sich von selbst. Wer ohne Scoby starten möchte, braucht entweder einen aus einem bestehenden Ansatz oder einen gekauften. Aus einem gekauften Flaschen-Kombucha wächst mit Glück ebenfalls einer nach, das dauert mehrere Wochen und gelingt unzuverlässig.

Zweitfermentation: Geschmack und Kohlensäure

Hier wird es interessant. Für die zweite Runde füllst du den fertigen Kombucha in Bügelflaschen und gibst Früchte, Ingwer oder Saft dazu. Die Flasche bleibt verschlossen zwei bis vier Tage bei Raumtemperatur stehen. Die Hefen verarbeiten den neuen Zucker, und weil die Kohlensäure jetzt nirgendwohin entweichen kann, entsteht die Perlage.

Wichtig dabei: einmal täglich vorsichtig öffnen, um den Druck abzulassen. Bügelflaschen aus dem Handel halten viel aus, ein Kontrollblick kostet zwei Sekunden.

Ist Kombucha selber machen gefährlich?

Diese Frage taucht häufig auf, deshalb die klare Antwort: Wer sauber vorgeht, hält das Risiko gering. Kombucha schützt sich selbst — der niedrige pH-Wert von unter 4,5 macht es Fremdkeimen schwer. Genau dafür sorgt die Starterflüssigkeit gleich zu Beginn.

Vier Regeln halten das Ganze sicher:

  • Glas statt Metall oder Keramik. Die Säure löst Stoffe aus glasierter Keramik und greift Metall an. Edelstahl kurzzeitig ist in Ordnung.
  • Saubere Hände und sauberes Gefäß, ohne scharfe Reinigungsmittel.
  • Auf Schimmel achten. Pelzige, trockene Flecken in Blau, Grün oder Schwarz auf der Oberfläche bedeuten: alles wegwerfen, neu starten. Braune Hefefäden, die nach unten hängen, sind dagegen normal.
  • pH prüfen, wenn du unsicher bist. Teststreifen kosten wenig.

Zurückhaltung ist angebracht bei Schwangerschaft, stark geschwächtem Immunsystem und Histaminintoleranz — Kombucha ist ein Fermentationsprodukt und entsprechend histaminreich. Dazu passt mein Beitrag zu Histaminintoleranz.

Was die Studienlage zu Kombucha zeigt

Hier bleibe ich bewusst nüchtern, weil im Netz viel Überzogenes kursiert. Zu Kombucha gibt es bislang nur wenige Humanstudien, und sie fallen klein aus.

Eine kontrollierte Studie in Scientific Reports 2024 (Band 14, Artikel 31647, PMID 39738315) begleitete gesunde Menschen über acht Wochen, davon vier Wochen mit Kombucha. Bei Entzündungsmarkern und den meisten Blutwerten zeigten sich keine signifikanten Unterschiede. Im Mikrobiom fanden die Autoren Veränderungen, klinisch relevante Effekte blieben aus.

Eine zweite Untersuchung in Nutrients 2024 (Band 16, Artikel 3186, PMID 39339787) verglich über zehn Wochen 30 Personen mit Übergewicht, die zusätzlich zur Kalorienreduktion täglich 200 Milliliter Grüntee-Kombucha tranken, mit 29 Personen, die nur die Kalorien reduzierten. Beide Gruppen verloren Gewicht, BMI und Körperfett — zwischen den Gruppen zeigte sich kein Unterschied.

Mein Fazit daraus: Kombucha ist ein lebendiges Getränk mit organischen Säuren, Polyphenolen aus dem Tee und einer eigenen mikrobiellen Vielfalt. Als Ersatz für Limonade ist der Tausch klar sinnvoll. Ein Heilmittel wird daraus nicht, und diese Erwartung sollte auch niemand mitbringen. In meiner Beratungspraxis sehe ich den größten Wert woanders: Wer selbst fermentiert, beschäftigt sich automatisch intensiver mit seiner Ernährung. Diese Wirkung übertrifft in der Praxis oft den Inhalt der Flasche.

Deutlich besser untersucht ist die Gruppe der fermentierten Lebensmittel insgesamt. Was dort zusammenkommt, steht in meinem Beitrag Fermentierte Lebensmittel selbst herstellen.

Wasserkefir und Milchkefir: die schnelleren Alternativen

Kombucha ist der bekannteste Einstieg, die beiden Kefir-Varianten sind schneller.

Wasserkefir arbeitet mit Kristallen statt einer Matte und braucht nur 24 bis 48 Stunden. Zucker, Trockenfrüchte, eine Scheibe Zitrone, fertig. Das Ergebnis schmeckt mild und leicht prickelnd — gerade für alle, denen Kombucha zu säuerlich ist.

Milchkefir entsteht aus Knollen, die in Milch wandern. Nach einem Tag hast du ein joghurtähnliches Getränk mit einer breiteren Bakterienvielfalt als handelsüblicher Joghurt. Wer Kuhmilch meidet, findet unter Casein Unverträglichkeit die Hintergründe und Alternativen.

Alle drei laufen nach demselben Prinzip: Kultur plus Zucker plus Zeit. Wer eine beherrscht, beherrscht alle.

Kombucha selber machen: Startset oder Zutaten einzeln?

Beides funktioniert. Der Unterschied liegt darin, wie viel du selbst zusammensuchen möchtest.

Einzeln brauchst du einen lebenden Scoby mit Starterflüssigkeit, ein passendes Gefäß, Tuch und Gummiband. Der kritische Punkt ist die Kultur: Sie muss lebendig und aktiv ankommen, sonst startet die Fermentation zäh oder gar nicht.

Als Set kommt alles aufeinander abgestimmt. Bei Fairment kostet das Kombucha Starter Kit 49,90 Euro mit Gärgefäß, Bio-Scoby, Starterflüssigkeit, Tee und Anleitung. Wer nur die Kultur braucht, bekommt den Bio Kombucha Pilz mit Starterflüssigkeit für 19,90 Euro. Dieselbe Aufteilung gibt es für Wasserkefir und Milchkefir — jeweils 49,90 Euro als Set, 19,90 Euro für Kristalle beziehungsweise Knollen.

Ich selbst habe mein erstes Startset dort geholt und über die Jahre zeitweise auch Wasserkefir gebraut. Die Kulturen kamen aktiv an, und genau darauf kommt es beim Start an.

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Häufige Fragen zum Kombucha selber machen

Wie lange dauert es, Kombucha selber zu machen?

Sieben bis zwölf Tage für die erste Fermentation, je nach Raumtemperatur. Warm geht es schneller, kühl langsamer. Ab Tag sieben probierst du täglich und entscheidest nach Geschmack. Für die Zweitfermentation kommen zwei bis vier Tage dazu.

Kann ich Kombucha ohne Zucker ansetzen?

Der Zucker ist das Futter der Kultur, ohne ihn läuft die Fermentation nicht. Im fertigen Getränk bleibt davon wenig übrig, weil er zu Säuren und Kohlensäure umgebaut wird. Je länger du fermentierst, desto weniger Restzucker.

Woran erkenne ich, dass etwas schiefgeht?

Pelzige, trockene Flecken in Blau, Grün oder Schwarz auf der Oberfläche sind Schimmel — dann entsorgst du den kompletten Ansatz samt Scoby. Braune Fäden, die nach unten hängen, sowie eine raue, ungleichmäßige Oberfläche gehören dagegen dazu.

Wie viel Kombucha am Tag ist sinnvoll?

Ein bis zwei Gläser, also etwa 100 bis 300 Milliliter, sind ein guter Rahmen. Starte mit weniger und beobachte, wie du es verträgst. Kombucha enthält Säuren, Histamin und geringe Mengen Alkohol aus der Fermentation.

Was ist einfacher: Kombucha oder Wasserkefir?

Wasserkefir. Er braucht nur ein bis zwei Tage, verzeiht mehr und schmeckt milder. Wer schnelle Erfolge möchte, startet damit und nimmt Kombucha als zweiten Schritt dazu.

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Schwangerschaft, geschwächtem Immunsystem oder Histaminintoleranz sprich den Verzehr fermentierter Getränke bitte ärztlich ab.

Meine Herzensempfehlungen
Alle Produkte, mit denen ich im Coaching arbeite, findest du gesammelt auf einer Seite – zusammen mit den Rabattcodes, die ich für dich ausgehandelt habe: zu meinen Herzensempfehlungen.

Healthbuddy Thorsten Schmitt
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